Nachfolgend versuche ich mich mal als Schriftsteller einer fiktiven Geschichte, mal sehen ob ich talentloser das hin bekomme. Jegliche Ähnlichkeit mit realen Personen ist rein zufällig.
Undankbare Gäste in Griechenland
oder wie macht sich eine inkontinente Alkoholikerin unbeliebt

UNSERE ERFUNDENE KURZGESCHICHTE SPIELT IN KRETA
Philoxenia, die Gastfreundschaft, ist für die meisten Griechen, so auch für mich ein ungeschriebenes Gesetz das eingehalten werden muss.
Es ist aber auch ein schönes Gefühl wenn man (von den meisten zumindest) ein wenig Dankbarkeit gezeigt bekommt und wenn es nur ein nettes strahlendes Glänzen in den Augen ist. Wenn nicht, erwartet man aber als Gastgeber zumindest nicht ein Messer in den Rücken gestoßen zu bekommen. Aber jede Regel hat ihre Ausnahmen und die Griechen wie ich, werden sicher weiterhin unvoreingenommen freundlich zu ihren Gästen sein…
Selten passiert es aber auch das selbstverherrlichende arrogante Typen auftauchen unter dem Motto mir gehört die Welt.
So ist es auch einen Winter passiert. Da mietet eine ehemalige Hausfrau und „Möchtegern-Schriftstellerin“ eine Ferienwohnung durch unsere Vermittlung.
Sie wird zu stolzen aber sehr freundlichen Leuten vermittelt die sie, obwohl eine völlig Unbekannte, sofort aufnehmen wie ein Familienmitglied. Sogar der Kühlschrank ist bei Ankunft gefüllt mit allem was man über das Wochenende braucht, obwohl die Vermieter nicht viel mehr verdienen eventuell sogar weniger und die Miete für eine Top möblierte Fewo von über 70 m² ein Witz ist.
Jeden Tag bekommt unsere „Schriftstellerin“ auch eine Kostprobe vom Tagesgericht das die Vermieterin gekocht hat, wie früher in Griechenland üblich, Gemüse aus dem Garten und wird sogar zum Essen oder Kaffee in den Ort ausgeführt.
Üblich wäre es (auf der ganzen Welt glaube ich) außer mit einem gespielten trockenen Danke, sich auch mal erkenntlich zu zeigen und wenn es nur ein einziges mal eine Kleinigkeit wäre, die man selbst gekocht hat, oder zu einer Tasse Kaffee auf dem Balkon einzuladen.
Auch in meinem Büro darf sie jeden Morgen fast, ins Internet, natürlich kostenlos und obwohl ich dadurch dem Internetcafé im Ort schade. Sitze ich mal in meinem Büro bekomme ich kein Kalimera gesagt wenn „Hoheit“ ankommt und der einzige Dank kommt wenn ich mal wieder eine Tasse leckeren Filterkaffee ausgebe, den man in Griechenland für meine Maschine gar nicht bekommt.
Aber die Nutzung meines Internetanschlusses scheint selbstverständlich zu sein, da braucht eine Spitzen-Wortjongleurin die sich ein paar Fachbegriffe aus dem Wörterbuch angeeignet hat, sich doch nicht zu bedanken.
Da ich es aber anders sehe nutze ich diverse Ausreden (höflich wie ich nun mal weiter sein möchte) und lasse sie ins Internetcafé gehen, wo die Stunde über 3 Euro kostet.
Dort darf sie, nach dem sie in einem anderen Café beschwipst den Stoffstuhl vollgepieselt hat und ich mir am nächsten Tag eine Standpauke meines befreundeten Wirtes anhören musste, an der Theke sitzen, da der Lederbezug wenigstens abwaschbar ist.
Sogar als sie mich in ein Café einlädt um mir vor zu gaukeln wie teuer doch das Internet in dem Café ist, um natürlich zu versuchen meine Gastfreundschaft auszunutzen und sie wieder in meinem Büro kostenlos ins Internet zu lassen, darf ich meinen Kaffee selbst zahlen, obwohl sie mich gerade vom Kaffeetrinken mit einem Bekannten aus dem Lokal nebenan holte. Was mich tröstet ist, dass sie nach einem Essen mit anderen Urlaubern sich gekonnt um ihren Anteil gedrückt hat.
Die griechischen Vermieter ziehen bald in ihre zweite Heimat über den Winter und unsere Schriftstellerin schreibt auch fleißig an einem online Blog, das nebenher bemerkt, schon nach den ersten Seiten ziemlich langweilig wird da nur der Tagesablauf langweilig geschildert wird, wie sie z.B. schon morgens ihren Tetrapackwein schlürft und ihr beim Kochen ein Fauxpas nach dem anderen passiert. Wären da nicht die angeblich so wichtige Wahrheiten (laut eigener Aussage mag die Dame keine Halbwahrheiten) die doch das Blogtagebuch so interessanter machen sollen…
So wird unter anderem von einem reißenden Bach am Eingang des Grundstückes berichtet, der nichts anderes als eine Regenpfütze ist und im gleichen Atemzug von einer „abgesoffenen“ Satellitenschüssel, die sich in 8 Metern Höhe auf dem Dach befindet (wer wohl „abgesoffener war?)…
Dass digitale TV Signale auch in Deutschland bei starkem Niederschlag leiden, ist der doch sonst so intelligenten Dame wohl entgangen.
Da sie um einen Link von einer unserer gut besuchten Reiseseiten bittet, wird das Tagebuch-Blog schnell bekannt und auch von den Vermietern samt Verwandschaft und alten sowie möglichen zukünftigen Gästen, in der Ferne gelesen. Wer die ganzen übertriebenen Schilderungen ließt, wird wohl kaum dieses Haus als Winterbleibe mieten.
Auf die telefonische Bitte der Vermieter machen ihr Fewo-Nachbar, eine gemeinsame Bekannte und ich, unsere Selbstdarstellerin darauf aufmerksam, dass die Vermieterin nicht gerade erfreut ist über die hinterlistige Negativwerbung die zwischen den Zeilen mit Tetrapackwein gefülltem Kopp am frühen Morgen schriftlich von sich gegeben wird. Es ist ja ihrer Ansicht nach die interessante Wahrheit. Dass sie zum Gespött des Ortes geworden ist scheint sie entweder nicht bemerkt zu haben oder es ist ihr egal.
Meiner Ansicht nach ist es der fruchtlose Versuch die anfänglich reichlichen Leser zum Wiederkehren zu begeistern, vergebens wie man mit etwas Aufmerksamkeit an ihrem Besucherzähler ablesen kann.
Zum Glück entfernte ich rechtzeitig wieder den Link von unseren Seiten nach der ausdrücklichen Bitte der Vermieter, um den Schaden in Grenzen zu halten.
Schließlich lernt das Mädel einen Mann über das Internet kennen und lädt ihn ein, (natürlich nur wenn er die halbe Miete zahlt) bei ihr zu wohnen, ohne es mit den Vermietern oder dem Hausverwalter ausgemacht zu haben.
Natürlich ist es auch wieder Futter für das online Tagebuch, wenn auch schnell uninteressant, ausser man schaut ab und zu rein ob es noch Lebenszeichen von ihr gibt, denn keines wäre das einzig prickelnde an der Geschichte. Dann wäre nämlich ihr unbekannter Gast ein Massenmörder oder ähnliches.
Leider für ihr Tagebuch ist dem aber nicht so…
Es ist ein stinknormaler Typ der nur jeder Frau der er begegnet einen Heiratsantrag macht, nachdem er mit seinem angeblichen Vermögen und zu erwartenden Erbschaft angegeben hat.
Es kommt wie es kommen musste, ich (der „arme“ Hausverwalter) bekam einen temperamentvollen und leider auch beleidigenden Anruf von der Vermieterin, die mich, intelligent wie sie ist und nicht ohne Recht zu haben, wortwörtlich zur „Sau“ macht. Ich bekomme Anweisung mir den Kerl anzuschauen und wenn halbwegs ordentlich, um eine Zuzahlung der Miete zu bitten, oder aber beide raus zu schmeißen.
Sie nehmen mir diese Entscheidung ab und ziehen in zwei kleine, mindestens doppelt so teure Studios.
Da bisher noch keine Nebenkosten gezahlt wurden (die zweimonatige Stromzwischenrechnung war, wie in Griechenland üblich, nur eine Schätzung.
Ich laß den Zählerstand ab und erwarte jetzt die Endabrechnung. Mal sehen ob vor lauter Tertrapackwein und teurer Miete noch was übrig ist.
Die Ferienwohnung werde ich am Wochenende abnehmen, bin mal gespannt wie die Matratzen dieser inkontinenten, trinkenden Person aussehen.
Wie es auch sei, das sehr gute familiäre und freundschaftliche Verhältnis zu den netten Vermietern ist auf jeden Fall zerstört.
Fortsetzung folgt…..